1989
«Mit meiner Frage stürzte die Mauer ein»
Die Frage, die «die Mauer fallen ließ» stellte Riccardo Ehrman, Korrespondent der Ansa um 18 Uhr 53 des 9. November 1989. Die Antwort, gegeben während einer Fernseh-Direktübertragung von Seiten des damaligen Sprechers der Regierung der DDR Günter Schabowski, führte zur Grenzöffnung und zum Fall der Mauer. Riccardo Ehrman, Korrespondent der Agentur Ansa zwischen 1976 und 1982 und von 1985 bis zum Mauerfall, ist heute 80 Jahre alt und lebt in Madrid. ResetDOC hat ihn gebeten die Entstehungsgeschichte der damaligen erinnerungswürdigen Tage zu rekonstruieren. Eine klare und einmalige Zeitzeugenaussage eines Journalisten, der zum Protagonisten eines der bedeutendsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts wurde.
REZENSIONEN
Umstrittener Vordenker des Islam
Der Philosoph und Islamwissenschaftler Tariq Ramadan gilt als umstrittene Persönlichkeit. Für viele ist er ein Hoffnungsträger für die Anpassung des Islam an die europäische Gesellschaft, anderen dagegen ein Wolf im Schafspelz mit dem Ziel der Islamisierung Europas. Die Autorin Nina zu Fürstenberg bietet eine gute Einführung in seine Thesen und in die Diskussion um einen europäischen Islam.
ORIANA FALLACI
Ein italienischer Fall
Es ist notwendig die Funktionsweise der Welt des italienischen Journalismus, der Intellektuellen, des Verlagswesens und der Mechanismen zu analysieren, die in Italien die Bestseller der Jahre 2001-2006 hervor gebracht haben, sowie den “Moment Fallaci”, der eng mit dem “Moment Berlusconi” auf politischer Ebene verbunden ist. Die Heldin der 60-70iger Jahre hatte sich in eine rassistische Erynne verwandelt. Gefangen in ihrer einsamen islamphobischen Gedankenwelt, wurde Oriana Fallaci von skrupellosen Verlegern zu einem Aushängestück des Medienzirkus gemacht, den gleichen Verlegern, die – wie die von ihrem Prestige und ihrer Bissigkeit eingeschüchterten Kollegen der Journalistin-Schriftstellerin – stattdessen ein Minimum von peer review über ihre Artikel vor und nach deren Veröffentlichung hätten ausüben können und müssen.
ORIANA FALLACI
Die Signora und ihr Feind
Nach dem 11. September hat die Signora ihre früheren literarischen Projekte aufgegeben, ihren Roman, ihr “Kind”, um sich mit ganzer Seele einer persönlichen Kampagne gegen den Terrorimus zu widmen, eine grundsätzliche Kriegserklärung gegen Muslime als solche, gegen den Islam als solcher, gegen eine Religion als solche. Gegen den FEIND, den Drachen, das Monstrum. Ihre Bücher, ihre Artikel, ihre Interviews dieser Jahre, enthalten eine Zutatenmischung, die in etwa der kompletten Liste der Abstraktheiten und der Fehler entspricht, die man vermeiden sollte, wenn man den Dschihadterrorismus wirklich besiegen und die Kanaillen schwächen und isolieren will, die ihn nähren.
INTEGRATION
“Endlich befasst sich Deutschland mit dem Problem”
„Insgesamt fühle ich mich sehr wohl in Deutschland und vor allem in Köln. Die zweite, dritte Generation von Migranten dringt allmählich in die Eliten vor und wird sich durchsetzen. Und Deutschland ist bereits viel offener geworden, wenn man es mit den muffigern Fünfziger Jahren vergleicht.“ Navid Kermani beobachtet mit Optimismus die letzten Schritte der Integration der islamischen Gemeinde in Deutschland. Der junge deutsch-iranische Schriftsteller, Dramaturg und Orientalist, in Deutschland von iranischen Eltern geboren, hat mehrfach das Drama der Einwanderung mit Leidenschaft beschrieben, und ist Autor von „Gott ist schön - Das ästhetische Erleben des Koran“ (2000) und des neuen Romans „Kurzmitteilung“ (Ammann Verlag, Februar 2007, 180 S.).
KONFERENZ
Reden gegen die Angst
“Ein echter Dialog muss beginnen. Wie findet man den rechten Ton dafür – jenseits von pauschalen Anklagen und falscher Rücksichtnahme? Nichts Geringeres als diese Frage haben Giancarlo Bosetti und Nina zu Fürstenberg, die Initiatoren der Kairoer Konferenz, ihren Gästen vorgelegt”. Wie die deutsche Wochenzeitung Die Zeit hat Reset-Doc Kairo Konferenz am Anfang Mazr erzählt.
EUROISLAM
Istanbul, das Manifest der europaeischen Muslime
Die Sensation von Istanbul: Muslimische Würdenträger und Intellektuelle verabschieden ein Manifest gegen den fundamentalistischen Terror. Ein Artikel aus Die Zeit. “Häusliche Gewalt, Zwangsheiraten und die Ungleichheit von Mann und Frau müssen wir in unserem eigenen Interesse kritisieren - sagt Tariq Ramadan - nicht nur, weil es uns von außen nahe gelegt wird.” Von Jörg Lau.






